[Rezension] Michael Jensen – Totenwelt [51/2020]

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Verlag: Aufbau Verlag
Autor: Michael Jensen
Übersetzung:
Veröffentlichung: 15.06.2020
Genre: histo Krimi
Zeitalter: 1945
Seiten: 371
Preis ebook 3,99
Herkunft: Rezi Exemplar Netgalley
Reihe: ja Jens Druwe Teil 2


Die tödlichen Gefahren des Neuanfangs.

Der Zweite Weltkrieg ist seit ein paar Stunden beendet, als Inspektor Jens Druwe zum Marinestützpunkt in Flensburg gerufen wird. Er soll helfen, eine neue Polizeieinheit aufzubauen. Dann erhält er eine seltsame Nachricht – von Werner Grell, einem untergetauchten Geheimdienstagenten. Grell berichtet von brisantem Material, das er über ehemalige Nazi-Größen besitzt. Zögernd vertraut Druwe sich britischen Militärs an. Das erste Geheimtreffen zwischen Grell und einem Captain der Briten endet jedoch in einem Fiasko. Beide werden tot in einer Lagerhalle gefunden. Es sieht aus, als hätten sie sich gegenseitig erschossen. Doch Druwe hat da seine Zweifel …

Ein Doppelmord im Mai 1945 – ein hochspannender Roman vor einer ungewöhnlichen historischen Kulisse

Schon Teil 1 hat mich 2019 überzeugt – hier nachzulesen, deshalb musste ich natürlich den 2ten Teil um Jens Druwe auch lesen. Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten an.

1945, der Krieg ist verloren, Hitler lebt nicht mehr und Deutschland hat kapituliert. Die Polizeibehörde in Glücksburg steht ohne Führung da und wartet auf Instruktionen von oben. Da kommt ein Anruf von der Innenbehörde und Druwe wird nach Flensburg beordert. Dort soll ein Polizeiteam aus möglichst unbescholtenen Beamten gebildet werden, welches Druwe anführen soll.

Dort angekommen findet Druwe sich mitten im Chaos wieder. Es gibt noch keine Einigung zwischen Hitlers Nachfolger Dönitz und den Briten, und die ehemaligen NS Leute wollen so schnell wie möglich mit der Vergangenheit abschließen und unter neuer Identität neu anfangen.

Druwe bekommt keine Zeit sich an den neuen Posten zu gewöhnen, es passieren mehrere Morde auf dem Marinegelände und er steckt irgendwie mit drin – hat er doch immer noch die Akten die die neuen Namen und Lebensläufe der hochrangigen Nazi Offiziere beinhalten.

Mit dem Schreibstil hatte ich anfangs Probleme. Ich kam nur schwer in die Story rein, es hat eine Weile (ca 30%) gedauert, dann lief es aber. Jensen bringt viele Personen ins Spiel und ich brauchte eine Weile, bis ich jeden zugeordnet hatte. Die Stimmung ist wie schon in Band 1 sehr bildhaft beschrieben. Ich konnte mich gut in die Personen und ihre Handlungen reinversetzen und natürlich mitfühlen.

Die Charaktere haben mich wieder auf ganzer Linie überzeugt. Es geht nahtlos nach Band 1 weiter und so fühlt man sich sofort heimisch als man die bekannten Gesichter wieder trifft. Auch wenn man beide Teile unabhängig voneinander lesen KANN, so würde ich immer empfehlen mit “Totenland” zu beginnen, die komplette Geschichte zwischen Eva und Jens ist dort drin und wir lernen dort alle Personen ausführlich kennen.

Wirklich Tempo gab es eigentlich nicht. Aber bei einem historischen Krimi erwarte ich das auch nicht. Hier geht es um Hintergründe, um Story und die Charakterbildung. Das alles braucht Zeit um sich zu formen und auch um zu wirken. Die Spannung hingegen war für mich von vorn bis hinten vorhanden.

Ich habe wie immer während des Lesens viel simultan im Netz recherchiert und nachgelesen. In meinen Augen hat Jensen die Fantasie sehr gut mit der realen Kulisse zusammengefügt. Die Umsetzung hat mir also sehr gut gefallen. Am Ende wird nochmal erklärt was real war und wo er ein wenig nachgeholfen hat, und das Ende lässt Spielraum für einen dritten Teil auf den ich mich schon sehr freue!

Bewertung:

Schreibstil
Charaktere
Tempo
Spannung
Idee und Umsetzung

Gesamt:

4.6

Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag

Meine Rezensionen erfolgen neuerdings per Spracheingabe, sollte etwas nicht so sein wie sonst, dann liegt das daran – bitte nicht wundern.

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