[Rezension] Bernhard Aichner – Bösland [49/2020]

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Verlag: btb
Autor: Bernhard Aichner
Übersetzung:
Veröffentlichung: 01.10.2018
Genre: Thriller
Zeitalter: Gegenwart
Seiten: 449
Preis ebook 9,99
Herkunft: selbst gekauft
Reihe: nein


Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder …

Von Bernhard Aichner habe ich (ohne Rezi) schon die Totenfrau Reihe gelesen, die ich SEHR empfehlen kann und “Der Fund” der 2019 bei mir auch 5 Sterne bekommen hat.

Bösland lag eine Weile auf meinem Sub und irgendwie konnte mich der Klappentext nie genug reizen es zu lesen. Nun in der Sonntagsauswahl wurde es ausgewählt und ich hatte ehrlich überhaupt KEINE Lust dazu. Aber schon nach dem ersten Kapitel war ich total fasziniert und in den Fängen des Autors rettungslos verstrickt.

Der 13jährige Ben hatte keine leichte Kindheit – sein alkoholkranker Vater hat ihn täglich auf den Dachboden geschliffen und dort heftigst verprügelt. Sein einziger Verbündeter in dieser Zeit war sein bester Freund Felix Kux. Die beiden Jungs hängen fast täglich zusammen und als Matilda dazu kommt und Ben sich in sie verliebt, diese aber nur Augen für Felix hat eskaliert die Situation. Der 13 jährige schlägt 7 mal mit einem Golfschläger auf sie ein und landet am Ende in der Psychiatrie dort wird er mit Medikamenten vollgestopft und ruhiggestellt. Viele Jahre später wird er entlassen und gilt als geheilt. Als Ben sich auf die Reise in seine Vergangenheit macht und sein Elternhaus aufsucht stellt er sich nicht nur den bösen Geistern sondern auch der Wahrheit. Und hier wird schnell klar, nichts ist wie es scheint!

Bernhard Aichner hat einen sehr speziellen Schreibstil – den muss man mögen. (ich LIEBE ihn) So kam ich auch hier sofort in die Story rein. Die wörtliche Rede kommt mit Bindestrichen aus, keine Anführungszeichen. Sehr kurze und prägnante Sätze – auf den Punkt gebracht. Wobei ich finde, dass das bei der Totenfrau Reihe noch viel auffälliger war.

Die Charaktere haben mich überzeugt. Aichner steckt viel Mühe und Arbeit in seine Protagonisten und das MERKT man. Die ausweglose Situation von Ben war sehr sehr spürbar. Der arme Junge hatte nie eine wirklich Chance im Leben und ich habe gerade ab der Hälfte der Story so furchtbar mit ihm mitgelitten und gezittert. Über Kux möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, das würde zuviel verraten.

Wirklich Tempo gab es eigentlich nicht. Die Geschichte hat sich ruhig aufgebaut und trotzdem war sie in meinen Augen durchweg spannend. Ich wollte unbedingt wissen wie es weiter geht, was ben noch zu erzählen hatte und vorallem wie es in seinem Elternhaus nachher weiterging.

Die Idee und Umsetzung haben mir sehr gut gefallen. Zwar war die Geschichte an vielen Punkten für mich absolut vorhersehbar, aber trotzdem fand ich sie spannend und interessant. Das Finale überschlägt sich nochmal und hat auch einige unerwartete Wendungen bereit, so dass ich eine klar Leseempfehlung geben kann!

Bewertung:

Schreibstil
Charaktere
Tempo
Spannung
Idee und Umsetzung

Gesamt:

4.2

Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag

Meine Rezensionen erfolgen neuerdings per Spracheingabe, sollte etwas nicht so sein wie sonst, dann liegt das daran – bitte nicht wundern.

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Rina.P
22. August 2020 19:49

Klingt echt gut deine Rezi – ich hab auch noch Aichner bei mir drauf..Ach und ich hab noch so Rückstände was die Rezis angeht – vielleicht nächste Woche, da ist der Besuch weg.

LG