[Rezension] Moe Teratos – Die Anstalt der Toten [33/2020]

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Verlag: Redrum
Autor: Moe Teratos
Übersetzung:
Veröffentlichung: 13.03.2020
Genre: Thriller, Horror
Zeitalter: Gegenwart
Seiten: 328
Preis Taschenbuch: 14,99
Herkunft: Rezi Exemplar vom Verlag
Reihe: nein


Yannick Gerlach ist der Sohn liebender und wohlhabender Eltern. Eigentlich sollte er glücklich sein, doch das ist er nicht. Ihn quälen Suizidgedanken und er wird immer wieder zum Opfer seiner eigenen Ängste. Dann passiert das Unfassbare: Durch einen schrecklichen Unfall, an dem Yannick die Mitschuld trägt, kommt sein kleiner Bruder Theodor ums Leben. Yannick wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Was er dort erlebt, stellt jeden Schmerz, den er je gespürt hat, in den Schatten. Denn in der Seelenheil-Klinik leben nicht nur die Patienten unter menschenunwürdigen Verhältnissen, sondern auch die Geister derjenigen, die dort gewaltsam zu Tode gekommen sind. Yannick versinkt in einem Sumpf aus Realität und Einbildung, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt.



Glaubt ihr an Geister? nun, nach “Die Anstalt der Toten” werdet ihrs!

“Die Anstalt der Toten” ist meine erste Berührung mit dem Berliner Verlag Redrum und auch mit der Autorin Moe Teratos. Der Klappentext versprach eine gruselige, geisterhafte Atmosphäre und viel Spannung, und genau das habe ich auch bekommen!

Yannick Gerlach wächst in einem behüteten und liebevollem Zu Hause auf, seine Eltern sind wohlhabend und er wird von ihnen umsorgt. Er lebt mit 27 noch bei ihnen, weil er durch seine zahlreichen psychischen Erkrankungen nicht in der Lage war eine Ausbildung zu machen. Ihn plagen Panikattacken, Depressionen und mittlerweile sogar Selbstmordgedanken. Mehrfach – genau 27 mal – hat er mittlerweile versucht, sich das Leben zu nehmen. Entweder wurde er rechtzeitig gefunden oder er konnte es nicht zu Ende bringen.

Heute war der 27te Versuch. Er hat sich extra eine Schusswaffe besorgt, konnte aber nicht abdrücken. Die Waffe stopft er frustriert in seine Schublade und geht nach unten. Als er dort angekommen ist hört er einen ohrenbetäubenden Knall. Er rennt nach oben und sieht seinen kleinen Bruder Theodor mit der Waffe in der Hand in einer Blutlache liegen.

Seine Eltern sind untröstlich und weisen Yannick in die Seelenheil – Klinik ein. Dort sollen sich Spezialisten mit seinen Störungen auseinander setzen. Im Netz wird die Klinik als “Anstalt der Toten” betitelt und Yannick wird ganz schnell in einen Wettlauf um Wahrheit oder Illusion gefangen genommen.

Der Schreibstil ist locker leicht aber auch sehr bildgewaltig. Moe Teratos hat eine extrem beklemmende Atmosphäre geschaffen, die mich manches mal dazu brachte die Luft anzuhalten. Ich glaube nicht an Geister und bin eigentlich auch kein besonderer Fan dieses Untergenres aber diese Geschichte hat mich total in ihren Bann gezogen!

Die Charaktere waren sehr realistisch und authentisch. Allen Voran Yannick, seine Ängste waren greifbar und haben sich auf den Leser übertragen. Seine Verwirrung, und die Frage ob das nun wirklich passiert war oder eine Einbildung war genauso. Ich wusste selbst nicht mehr was ich glauben kann und was nicht. Yannicks einzige Freunde sind Lola und Christoph. Lola ist wie eine Seelenverwandte von Yannick, sie verstehen sich ohne Worte und geben ihm in seinen schweren Zeiten Halt. Das Personal und die anderen Insassen der Heilanstalt konnte ich bis zum Ende nicht richtig einordnen. Sie waren so wechselhaft, launisch und haben die beklemmende Atmosphäre perfektioniert.

Das Tempo war von der ersten Seite an vorhanden. Moe Teratos hat sich nicht mit unnötigen Erklärungen aufgehalten, sondern den Leser gleich mitten ins Geschehen geworfen. Schon im ersten Kapitel ist die komplette Vorgeschichte mit dem Unfall abgearbeitet und lässt so ganz viel Platz für die Entfaltung der Klinik. Hier war das Tempo mittendrin etwas weniger, aber ich finde, dass es diese Etappen auch brauchte um das Geschehen in der Klinik begreifbar zu machen. Nur so konnte man alles in Ruhe auf sich wirken lassen.

Die Spannung war vom ersten Moment an vorhanden und hat mich wirklich bis zur Auflösung am Ende an die Seiten gefesselt. Ich war selbst verwirrt und habe wie Yannick nicht mehr gewusst wem oder was ich trauen kann. Ich wollte unbedingt wissen wie alles ausgeht. Spannender geht in meinen Augen kaum.

Die Idee und Umsetzung haben mir sehr gut gefallen. Es mag sein, dass es schon ähnliche Storys gab, aber man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden. Die gesamte Ausarbeitung hat mich durch die Bank weg komplett überzeugt, der Schreibstil, die Charaktere alles zusammen ergibt ein absolut rundes Bild.

Am Ende lande ich bei 4,8 Sternen (aufgerundet natürlich 5) Ich habe mich sehr gegruselt und kann dieses Buch vorbehaltlos weiterempfehlen. Ich gehe fast so weit, dass ich es bisher als eins meiner Jahreshighlights bezeichnen würde!

PS. ich habe Gewalt nicht extra in die Wertung genommen, weil es sonst ja Punktabzug gäbe wenn es nicht extremst gewalttätig ist. Hier kommen schon ziemlich brutale Szenen vor, Gedärme hängen raus, Blut läuft in rauhen Mengen – also ich würde sagen Gewalt 4 von 5 – auch wenn es nicht permanent Thema war, gab es schon sehr blutige Szenen.

Bewertung:

Schreibstil
Charaktere
Tempo
Spannung
Idee und Umsetzung

Gesamt:

4.8

Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag

Ich bedanke mich recht herzlich beim Redrum Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

One Comment

  • Moe Teratos steht eh noch auf meiner Must-Read-Liste. Das wäre dann doch mal ein guter Start. Redrum hab ich auch noch nichts gelesen – aber schon einige auf der Wunschliste.

    Liebe Grüsse

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