[Rezension] Mechtild Borrmann- Trümmerkind [73/2019]

Verlag: Droemer
Autor:  Mechtild Borrmann
Übersetzung:
Veröffentlichung: 02.11.2016
Genre: histo Krimi
Zeitalter: 1947-1992
Seiten: 304
Preis ebook: 4,99
Herkunft: Print Version aus meinem eigenen Sub
Reihe: nicht
Leseprobe : hier * WERBUNG

Hamburg 1946/47 – Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel.

Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47.

Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.

Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …

Ich bin hin und her gerissen, was dieses Buch betrifft. Während der Vorbereitungen der Rezension habe ich entdeckt, dass es eigentlich ein Krimi gewesen war. Auf meiner Printausgabe steht noch „Roman“ – innerhalb des Buches habe ich hin und her überlegt ob es etwas historisches ist, dazu war mir aber das Thema Krieg zu grob umrissen nur. Ich habe mittlerweile sehr viele Bücher aus diesem Genre gelesen und fand das Thema Krieg und NS Zeit hier nur sehr oberflächlich skizziert.

Der nächste Gedanke war, dass es um ein Familiengeheimnis geht, immerhin begleiten wir Anna auf dem Weg zurück in ihre Vergangenheit und die Mutter von ihr macht aus eben der selben ein furchtbares Geheimnis, dann allerdings kamen die kriminellen Elemente und daher macht die Bezeichnung Krimi auf den neuen Ausgaben für mich auch am meisten Sinn.

Also der Reihe nach, das Buch las sich sehr leicht, angenehmer Schreibstil und die Charaktere sind auch gut und authentisch gezeichnet. Ganz am Anfang hatte ich mit den ganzen Namen der Familienmitglieder ein Problem weil die alle gleichzeitig ins Spiel gebracht wurden, das hat sich bis zum Ende gezogen, dass ich immer leichte Probleme hatte wer nun wer ist und wozu gehört. Das gab sich dann aber irgendwann ab der Hälfte weitesgehends und ich war im Geschehen drin.

Es gibt hier 3 Erzählstränge. Einer erzählt aus Hamburg 1946/47 von der Familie Dietz um Agnes, Hanno und Wiebke. Hanno versucht die Familie finanziell zu unterstützen indem er die Trümmer nach verwertbarem, wertvollem durchsucht und das auf dem Schwarzmarkt verkauft. Eines Tage findet er in einem Keller eine Leiche einer Frau – nackt. Bei ihr liegt ein wunderschöner Knopf, den er an sich nimmt. Seine Schwester Wiebke die draussen gewartet hat findet einen kleinen fast erfrorenen Jungen und entscheidet sich ihm zu helfen und ihn mitzunehmen. Joost wird von Agnes später wie ihr eigenes Kind angenommen und begleitet die Familie fortan überall hin.

Der Zweite Strang ist aus der Gegenwart 1992 und dort begleiten wir Anna. Die durch Zufall den Hof in der Uckermark besucht, auf dem ihre Mutter Clara damals gelebt hat. Dort findet sie heraus, dass ihre Mutter noch einen Bruder hatte, den sie bisher niemals erwähnt hat. Anna konfrontiert ihre Mutter damit, doch die schweigt wie ein Grab und möchte nix aus der Vergangenheit wissen und hören. Sie versteckt sich hinter dem Alkohol und trinkt regelmäßig mehr als gut für sie wäre.

Der letzte Strang ist dann aus eben jener Vergangenheit in der Uckermark und dort wird die Geschichte von Clara erzählt, die sie damals erlebt hat.

Also mit dem Wissen, dass es ein Kriminalroman mit historischem Hintergrund war, kann ich mit den Handlung viel besser umgehen. Der Anfang war etwas schleppend fand ich, da mochte ich nur die Teile von Hanno und Agnes, aber ab der Mitte hat mich das Buch dann komplett für sich gewonnen und ich habe mit Anna mitgefiebert und gerätselt warum Clara so ein Geheimnis aus der Vergangenheit macht.

Es passierten ein paar unerwartete Wendungen und am Ende wurde alles restlos aufgeklärt, so dass ich ohne Fragen zurückbleibe. Dennoch fand ich das Thema NS Zeit zu oberflächlich abgehandelt nur, dieses Geschehen hätte in jeder x-beliebigen Zeit passiert sein können – das ist etwas schade – trotzdem weil es mich ab der Mitte wirklich gut unterhalten hat, gebe ich 4 Sterne.


Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag


3 thoughts on “[Rezension] Mechtild Borrmann- Trümmerkind [73/2019]

  1. Katja

    Ich mag Knöpfe, und Knöpfe mit Geheimnis schonmal sowieso!

    LG
    Katja

    PS: Das neue Design rockt!

    • Nordlicht Lari

      Dankeschön! Dachte es wird mal zeit für einen Tapetenwechsel, da das ein kauftheme ist wird es so schnell keinen weiteren Wechsel geben 😉

      Und ja der Knopf zieht sich bis zum Ende der Geschichte durch das ganze Buch durch 🙂

      LIebe Grüße Tanja

  2. Hallo Maus, auf die Rezi hab ich mich richtig gefreut. Ich machte am Anfang auch am liebsten den Strang und Hanno und Agnes, aber irgendwann ist das Buch ein ganzes geworden und ich habe es sooo geliebt. Schön das es dir auch fast so gut gefallen hat wie mir. Hast alles super auf den Punkt gebracht.

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