[Rezension] Heather Morris – Der Tätowierer von Auschwitz [67/2019]

Verlag: Piper
Autor:  Heather Morris
Übersetzung: Elsbeth Ranke
Veröffentlichung: 01.08.2018
Genre: historischer Roman, Zeitzeugenbericht, NS Zeit
Zeitalter: 1942-1945
Seiten: 304
Preis ebook: 14,99
Herkunft: eigener SUB
Reihe: nein
Leseprobe : hier * WERBUNG

Eine Geschichte von Menschlichkeit, Mut, Liebe und Hoffnung

1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.

Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.

Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

Dieses Buch habe ich zufällig auf einem anderen Blog gefunden und sofort sprachen mich Cover, Titel und Klappentext an. Zum Geburtstag im Juli diesen Jahres wurde mir mein Wunsch von einer sehr lieben Freunden erfüllt!

Heather Morris schreibt schon in ihrem Vorwort, dass diese Geschichte keine ausführliche Dokumentation des Holocuast ist, sondern dass sie aus den Erzählungen eines Überlebenden zusammengetragen wurde und dass sie Begegnungen, Personen und Gespräche teilweise ausgeschmückt hat um sie in die Geschichte zu fügen. Wenn man das weiss, kann man entsprechend an das Buch herangehen.

Lale Sokolov wurde 1942 nach Auschwitz deportiert. Im Zug zusammengepfercht mit vielen anderen reist er in seinem besten Zwirn seinem ungewissen Schicksal entgegen. Er ist total unaufgeregt und ruhig. Bewahrt nahezu zu jedem Zeitpunkt die Fassung und lässt alles auf sich zukommen.

Schon am Tage seiner Ankunft wird er Zeuge der Erschießung von 3 Mithäftlingen die gerade die Latrinen genutzt hatten. Spätestens jetzt wird ihm klar wie es in Auschwitz zugeht – trotzdem kann er seine große Klappe oft nicht im Zaum halten und schafft es durch eine glückliche Fügung den Posten des Tatöwierers einnehmen zu können.

Fortan muss er abertausenden von Häftlingen (Männern wie Frauen) eine Nummer in den Arm stechen. Da erblickt er sie – Gita. Er ist sofort fasziniert von ihren Augen, ihrem Gesicht aber kaum dreht er sich um ist sie schon wieder weg mit seiner gestochenen Nummer auf dem Arm.

Seine Gedanken drehen sich nur um Gita und er versucht wirklich ALLES um sie zu finden, sie zu treffen mit ihr zu reden. Ich bin eigentlich kein Fan mehr von Liebesromanen aber Heather Morris hat die Story so toll mit der historischen Kulisse verwoben, dass ich die 304 Seiten innerhalb 24 Stunden inhaliert habe, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Habe mit Gita und auch mit Lale mitgefiebert, die beide wie durch ein Wunder aus der Hölle KZ entkommen sind und bis zu ihrem Lebensende 2003 und 2006 glücklich zusammen gelebt haben.

Lale war ein toller emphatischer Charakter der immer anderen versucht hat zu helfen, der es mit Geschick und Rafinesse geschafft hat an Waren, Zulagen, Schmuck und sogar Medikamente für die kranke Gita zu kommen. Zu keinem Zeitpunkt hat er den Glauben an die Flucht und ihr Überleben aufgegeben und so Gita oft aus ihrem Tief herausgeholt – als sie jeglichen Mut verloren hatte.

Sehr spannend war auch das Nachwort von Gary Sokolov (dem Sohn der beiden) der über sein Leben mit seinen Eltern berichtet hat.

Ich kann dieses Buch (es ist ein Roman mit historischem Background) wirklich jedem empfehlen! Wer sich bisher gescheut hat vor dem Thema NS Zeit – hier gibt es ein Happy End – das Buch bietet einen sehr guten Einstieg in das Thema KZ – es beschreibt auch die Gräueltaten der Aufseher, von Mengele, aber es hat auch diese zarte Liebesgeschichte, die immer mehr in den Vordergrund tritt und Lale und Gita die Kraft gibt alles zu überstehen – für einander!


Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag


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