[Rezension] Sie haben mich verkauft – Oxana Kalemi [45/2019]

Verlag: Bastei Lübbe
Autor:  Oxana Kalemi
Veröffentlichung: 21.12.2010
Genre: Erfahrungen, Biografien, Gewalt gegen Frauen
Zeitalter: Gegenwart
Seiten: 346
Preis ebook: 6,99
Auf dem Sub seit: 11.07.2011 (2928 Tage) (Re-read)


Es sollte ein Job für drei Monate sein, als Kellnerin in einem Club in Rumänien. Sie braucht das Geld für die Zukunft ihrer drei kleinen Kinder. Doch was sie dort in Wirklichkeit erwartet, ist ein wahrer Albtraum, kaum vorstellbar im 21. Jahrhundert: Der Club ist ein Bordell, ihre neuen Arbeitgeber entpuppen sich als europaweit agierende Menschenhändler.

Eine schreckliche Zeit voller Angst und Gewalt beginnt, Oxana wird immer wieder verkauft, nach Italien, Deutschland, England verschleppt. Doch ihr gelingt das Unglaubliche, sie gibt niemals die Hoffnung auf und schafft es sich zu befreien.

Ein erschütternder Bericht über die dunkelste Seite unserer Gegenwart.

Dieses Buch ist das letzte aus meiner #gegendasvergessen ReRead Aktion. schon 2011 habe ich Oxana auf ihren Irrwegen durch Europa begleitet.

Als junge Frau vertraut sie ihrer „besten Freundin“ die ihr von einem unschlagbaren Angebot berichtet – einen Job in Rumänien, als Bedienung in einem Nachtclub. Dort würde Oxana so viel mehr Geld verdienen und endlich ihren Kinder in der Ukraine etwas bieten können. Oxanas Umfeld rät ihr ab, riecht die Falle, doch die junge Frau vertraut ihrer Freundin blind und reist sogar alleine weiter als die „Freundin“ vorgibt, dass ihre Dokumente nicht stimmen würden und sie hier bleiben müsse.

Schon als sie in Rumänien ankam und in einem komischen Haus mit anderen Frauen landete war Oxana klar, dass sie einen großen Fehler gemacht hat. Wie lange sie letztendlich darunter zu leiden hatte, war zu dem Zeitpunkt nicht absehbar. Ihre Zuhälter wechselten fast täglich und sie wurde quer durch Europa verkauft, eine Kaschemme war schlimmer als die andere und irgendwo zwischen den ganzen Vergewaltigungen und Freiern war Oxana, war ihr unbändiger Wille für ihre Kinder zu sorgen, zu kämpfen und eine Chance zu sehen.

Der Inhalt war schwer zu verdauen, das sind solche Bücher immer – wieder hat mich die Hoffnung dass sie am Ende freikommt durch die Seiten gezogen. Zwischendrin hab ich mich immer gefragt wieviel Leid ein einzelner Mensch ertragen kann und wie man es schaffen kann in der hoffnungslosesten Situation nicht einfach eine Waffe zu nehmen und allem ein Ende zu bereiten.

Klare Leseempfehlung wenn ihr solche Themen mögt!



5 thoughts on “[Rezension] Sie haben mich verkauft – Oxana Kalemi [45/2019]

  1. Hey,

    wow, das ist ja eine krasse Geschichte.
    Das Buch landet auf meiner Wunschliste, damit ich es nicht vergesse. Danke dir fürs Zeigen!

    Habt einen tollen Abend und liebe Grüße aus dem Hamburger Rand. 😉

    Steffi

  2. Ooooh du hast gar nix von dem Buch erzählt, oder? Klingt alles mega interessant, ein bisschen wie „Nicht ohne meine Tochter“ sollte ich auch lesen! Liebe Grüße

  3. Liebe Tanja,
    das klingt auch nach einem Buch, das ich gerne lesen möchte! Es ist so furchtbar, was Frauen angetan wird! Dieser sexuelle Machtmissbrauch, der immer wieder ausgeübt wird, ist so grausam. Mir fehlen einfach die Worte. 🙁 Danke für die Buchvorstellung.
    GlG, monerl

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