[Rezension] Ede und Unku – die Wahre Geschichte – Janko Lauenberger [44/2019]

Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Autor:  Janko Lauenberger
Veröffentlichung: 26.02.2018
Genre: Historisch, Judenverfolgung, Holocaust
Zeitalter: 1918-1933, Weimarer Republik
Seiten: 241
Preis ebook: 15,99
Auf dem Sub seit: gar nicht – stammt aus der Bücherhalle


»… eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte …« (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung)

Ede und Unku – mit über 5 Mio Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Die Erstausgabe erschien 1931, das Buch war viele Jahre Schullektüre und erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku während der Weimarer Republik. Doch was kaum jemand weiß: Schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Buch verboten und das »Zigeunermädchen« Unku in einem Konzentrationslager umgebracht. Der Musiker Janko Lauenberger ist Unkus Ur-Cousin. Er erzählt in diesem Buch ihre wahre Geschichte und gleichzeitig seine eigene als Sintikind in der ehemaligen DDR und später im wiedervereinigten Deutschland. 

Dieses Buch wurde mir von der lieben monerl von „Monerls bunte Welt“ empfohlen. Vielen Dank schonmal an dieser Stelle, bei Dir werde ich noch sehr viele Bücher finden.

Ich lese ja sehr viele Bücher rund um den Holocaust, die Judenverfolgung und den 2ten Weltkrieg. Speziell zu Sinti und Roma allerdings habe ich noch nichts gelesen.

Viel schlimmer noch, ich muss gestehen, dass ich (bin Jahrgang 1976) tatsächlich noch so erzogen wurde, dass „Zigeuner“ böse sind, faul sind, klauen und betrügen und man sich vor ihnen in Acht nehmen muss. Dieses Vorurteil wurde mir sehr früh eingetrichtert und ich bin keineswegs stolz darauf 🙁 Ich habe das viele Jahre mit mir rumgeschleppt, eigentlich bis zum Erwachsen Sein.

Natürlich glaube ich das mittlerweile nicht mehr! Aber ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass diese Vorurteile tatsächlich von Generation zu Generation weiter gegeben wurden. Als Kind hat man das nicht hinterfragt erst als Jugendlicher beginnt man Dinge selbst in Augenschein zu nehmen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Welches schwere Schicksal die Sinti und Roma durchleiden mussten unter Hitler war mir nicht bewusst und ich bleibe wieder einmal tief bewegt zurück. Und bin entsetzt ob der Gewalt und einfach fassungslos mit welchen nichtigen Begründungen damals Leben ausgelöscht wurden.

Sehr eindrucksvoll schildert Janko Lauenberger auch über sein eigenes Leben und seine eigenen Erfahrungen aus der „Neuzeit“ und den Rassenhass der ihm entgegengebracht wurde. Ich kann und will einfach nicht begreifen, dass Menschen „so“ ticken und das mit gutem Gewissen mit sich vereinbaren können. Wir leben in einer aufgeklärten Welt und da darf so etwas einfach nicht mehr passieren 🙁

Sehr eindrucksvolles Buch, keine leichte Kost, aber das ist kein einziges dieser Berichte über den Holocaust, aber ich finde es sehr wichtig, dass man es liest und dass diese Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. Klare Empfehlung von mir!


Rezension von monerl von „Monerls bunte Welt

2 comments on [Rezension] Ede und Unku – die Wahre Geschichte – Janko Lauenberger [44/2019]

  1. Hallo Tanja,

    ui, das hast Du ja jetzt schnell gelesen.
    Es freut mich, dass es Dir gefallen hat. Es ist schon krass. Ich fand es auch heftig, was Janko selber abbekommen hat.

    Liebe Grüße
    Petrissa

  2. Liebe Tanja,
    ich sehe gerade, dass ich hier noch gar nicht kommentiert habe!

    Mir ging es wie dir! Ich kenne es aus meiner Kindheit, wie meine Eltern immer über Zigeuner geschimpft haben, sie wären dreckig, schlampig, würden kleine Kinder entführen… Als ich klein war hatte ich tatsächlich Angst vor Zigeunern. In unseren Jugoslawienurlauben damals habe ich viele Sinti und Roma auf ihren Pferdekarren durch die Straßen fahren sehen. Die Frauen hatten immer so schöne bunte Kleider an und ich hatte aber, wie gesagt, immer Angst vor ihnen. Erst spät, kann dir gar nicht genau sagen wann, habe ich mitbekommen, dass auch sie im 2. WK das gleich Schicksal hatten wie die Juden. Ab da begann ich mich dafür zu interessieren und suchte nach Informationen darüber und weitere Literatur. Es gibt leider nicht so vieles. Ich kann dir jedenfalls noch das sehr gute und eindringliche Buch Als sie das Leben liebten von Charlotte Roth emfpehlen. In diesem Roman geht es um Vertreibung der Sinti und Roma in Berlin. Absolut lesenswert!

    GlG, monerl

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