[Rezension] Samia Shariff – Der Schleier der Angst [43/2019]

Verlag: Bastei Lübbe
Autor:  Samia Shariff
Veröffentlichung: 17.03.2009
Genre: biografischer Roman , Erlebnisbericht
Zeitalter: 1970 – 2001
Seiten: 384
Preis ebook: 6,99
Auf dem Sub seit: 21.07.2011 (2909 Tage (Re-Read))


Angst ist ihr erstes Gefühl. Als drittes Kind einer reichen algerischen Familie in Paris geboren, begreift Samia schon früh, was es heißt, ein Mädchen zu sein. Die eigene Mutter verflucht den Tag, an dem sie geboren wurde. Vater und Brüder bringen ihr nur Ablehnung entgegen.

Schon in Paris führt Samia das Leben einer Gefangenen, doch als die muslimische Familie nach Algerien zieht, erlebt sie die Hölle. Mit sechzehn wird sie an einen Mann zwangsverheiratet, der sie schon in der Hochzeitsnacht schlägt und vergewaltigt.

„Wenn du deinen Mann nicht respektierst, bringen wir dich um“, sagen die Eltern. In einer Atmosphäre von Angst und Gewalt bringt Samia sechs Kinder zur Welt. Als sie sich scheiden lässt, beginnt eine wahre Hexenjagd. Samia riskiert ihr Leben, um mit ihren Töchtern zu fliehen …


Ich habe das Buch bereits direkt nach dem Kauf 2011 gelesen, im Rahmen meiner Aktion #gegendasvergessen habe ich mir aber vorgenommen mir den Inhalt nochmal in Erinnerung zu rufen.

Wir begleiten Samia Shariff eine junge algerische Frau die von einer Folter in die nächste gerät. Schon als 5 jährige bekommt sie von ihren Eltern in einer Tour zu hören wie sehr sie sie verfluchen und wie sie Gott fragen warum er sie mit einem Bastard von Mädchen bestraft hat.

Samias Leben ist ein Spießroutenlauf. Nirgends ist sie willkommen und nirgends wird sie geliebt. Ihre Eltern schlagen und prügeln sie, eine eigene Meinung darf sie nicht haben, widersprechen steht unter Todesstrafe. Schon früh wird sie ganz klein gehalten und fügt sich ihrem Schicksal.

Mit knappen 17 Jahren wird sie mit einem fremden Algerier verheiratet. (Ein Arbeitskollege ihrers Vaters.) Der verprügelt und vergewaltigt sie täglich. Die Szenen sind kaum zu ertragen – ihre Angst, wenn sie den Schlüssel an der Haustür hört ist greifbar und total beklemmend. Mein Herz hat sich zugeschnürt und ich habe mit ihr mitgelitten und mitgeweint. Als sie schwanger wird und einen Jungen bekommt, wird er von ihrer Mutter weggenommen – mit der Begründung, dass Samia nie in der Lage wäre einen Jungen aufzuziehen. Nie hätte sie geahnt, dass sich ihr eigener Sohn 15 Jahre später gegen sie stellen wird.

Ich möchte nicht mehr erzählen, lest es selbst, ich verrate ja nicht zuviel, wenn ich euch sage, dass es ein Happy End gibt (sonst hätte Samia dieses Buch ja nie schreiben können ;-)) Aber ich glaube wenn ich DAS NICHT vorher gewusst hätte, hätte ich die Brutalität nicht ertragen können. Einzig die Hoffnung, dass es am Ende gut gehen MUSS hat mich durch die Seiten gepeitscht.

Ich habe tiefen Respekt vor dieser starken Frau, die nie aufgegeben hat, die immer ihr Ziel vor Augen hatte und für sich und vorallem die Zukunft ihrer Kinder alles aufgegeben und gekämpft hat.

Klare Leseempfehlung!


3 comments on [Rezension] Samia Shariff – Der Schleier der Angst [43/2019]

  1. Richtig hart die rezi bzw. der Inhalt der ja nun leider auch noch wahr ist. Von dem Buch habe ich noch nix gehört aber dank deiner Rezi bin ich sofort fasziniert, werde mir jetzt gleich das E-Book laden. Lieben Dank süße

  2. Liebe Tanja,
    auch ich habe dieses Buch gelesen und schrecklich gelitten! Es ist kaum zu fassen, was Samia erleiden musste. Mir ging es wie dir, hätte ich nicht gewusst, dass sie es geschafft hat, hätte ich abbrechen müssen oder erst das Ende lesen wollen.

    Ich erinnere mich noch, dass dies eines meiner ersten eBooks war, wenn nicht sogar das erste. Und dann gleich so ein Hammer…

    Wenn du magst, HIER ist meine Rezi zum Buch.
    GlG, monerl

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