[Rezension] Lilli Beck – Mehr als tausend Worte [42/2019]

Verlag: blanvalet
Autor:  Lilli Beck
Veröffentlichung: 25.03.2019
Genre: historischer Roman
Zeitalter: 1930-1945
Seiten: 496
Preis ebook: 15,99
Auf dem Sub seit: ca 2 Monate


Liebe und Hoffnung in einer Zeit, die kein morgen kennt …

Berlin, 9. November 1938: Aliza erwacht von durchdringenden Schreien, als ihr Großvater von der Gestapo abgeholt wird. Die politische Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu, doch entgegen aller Mahnungen weigert sich ihr Vater, ein jüdischer Arzt, das Land zu verlassen. Nur seine Tochter will er im Ausland in Sicherheit bringen. Aliza ist am Boden zerstört, dass sie Fabian, ihre große Liebe, zurücklassen muss. Beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten. Doch werden sie die Wirren des Krieges überstehen?

Ich habe dieses Buch über Rezensionen auf anderen Blogs gefunden und wusste, dass ich es lesen MUSS. Einige dieser Rezensionen haben gesagt, dass ihnen die Entwicklung von Aliza ab der 2ten Hälfte des Buches nicht mehr gefällt. Entsprechend vorbelastet bin ich an die Story heran gegangen und habe regelrecht auf den „cut“ gewartet ab wann es umschlägt.

Im Nachgang kann ich den Punkt benennen, aber ich teile diese Meinungen nicht! Ganz im Gegenteil. Ich fand eher am Anfang das Liebesgesäusel nervig. Alizas Leben hat sich nur um Fabian gedreht, ihre Gedanken waren zu jedem Zeitpunkt bei … richtig Fabian. Es war Krieg, ihr war alles egal ausser Fabian. Das fand ich sehr anstrengend zu lesen. Ja ich war auch mal verliebt und jung aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich so verhalten würde wenn Krieg ausbricht.

Alizas Familie fand ich hingegen toll gezeichnet! Sehr authentisch und liebevoll war Samuel. Er tat mir so furchtbar leid wie er unter dem Blockwart Karuschke leiden musste. Dieser hat sich zwar immer ins rechte Licht gerückt und die Familie nicht GANZ hängen gelassen aber er hat immer dafür gesorgt, dass das größte Stück an ihn ging und Samuels Not ausgenutzt. Das war manchmal echt schwer zu ertragen weil ich mich sehr gut hineinversetzen konnte in die Auswegslosigkeit, die einen dazu zwingt auf die widrigen „Deals“ die Karuschke hatte einzugehen.

Ich fand, dass Aliza in England erwachsen geworden ist. Sie hat Fabian nie vergessen und hat am Ende alles dafür getan um ihn und ihre Familie wiederzufinden. Was ist daran verwerflich? Hätte ich genauso gemacht vorallem wenn ich die finanziellen Mittel zur Verfügung habe.

Das Ende fand ich total überzogen. Völlig unpassend. Zuviel des Guten und einfach unglaubwürdig. Total schade, das Buch war bis zu den letzten 50 Seiten wirklich authentisch, aber was dann passiert ist kann ich Frau Beck nicht abnehmen. Ich gönne es Aliza aber ich finde es völlig übertrieben, dass auf einmal jedes Steinchen auf ein anderes passt und sich alles wie von selbst fügt.

Deshalb keinen Higlight Status von mir aber eine Leseempfehlung gibt es trotzdem. #gegendasvergessen

5 comments on [Rezension] Lilli Beck – Mehr als tausend Worte [42/2019]

  1. Hallo Tanja

    Dies ist eins meiner Lieblingsbücher. Das Ende finde ich leider bei vielen Büchern nicht stimmig. Bei der Geschichte empfand ich es jedoch nicht so dramatisch. Zum Schluss ist oftmals Harmonie vom Feinsten. 😉

    Eine wunderschöne Besprechung von dir.
    Liebe Grüße,
    Gisela

  2. Liebe Tanja,
    ich war eine derjenigen, der der Schnitt in England nicht gefallen hat. Vorallem aber war es dann das Ende, das auch du bemängelst, dass leider die Bewrtung heruntergestuft hat. Trotzdem fand ich die geschichte wahnsinnig interessant und vorallem die Familie hinter Aliza war toll. Hier hätte ich sehr viel mehr erfahren wollen.
    Man sieht das Buch teilt die Leser etwas in zwei Lager =)
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,

      Aliza in England fand ich noch passabel und nachvollziehbar. Sogar das mit Archie aber das Ende das war einfach zu unrealistisch. Ich lese mittlerweile viel aus der Zeit und soviel Glück hat einfach niemand. Ich weine oft mit den Protagonisten und frage mich warum jemand sterben musste aber meistens passt es ins Buch – das Ende hier war zu glatt. Es beruhigt mich, dass ich das nicht alleine so sehe.
      Der Rest aber hat mir super gefallen und ich bereue es absolut nicht dass ich es gelesen habe!

      LIebe Grüße und danke für Deinen Kommi ♥
      Tanja

  3. Liebe Tanja,
    schade, dass es dich nicht ganz überzeugt hat. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn das Ende eines Buches alles vergeigt. Das Buch wollte ich auch mal lesen. Vielleicht lese ich das Vorgängerbuch von Lily Beck. Das subbt noch. 😉
    GlG, monerl

  4. Sehr schöne Rezi, das Buch ist auch schon eine Weile in meiner engeren Wahl. Jetzt hast du mich vor allem wegen dem Ende komplett neugierig gemacht. Liebe Grüße

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