[Rezension] Rebecca Gablé – Das Haupt der Welt [33/2019]

Verlag: Gmeiner Verlag
Autoren:  Rebecca Gablé
Veröffentlichung: 04.10.2013
Genre: historischer Roman
Zeitalter: 900-950
Seiten: 864
Preis ebook: 9,99
Reihe: ja Teil 1 von Otto dem Großen

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist

Dieses Buch wurde mir in einer Historik Gruppe auf Facebook empfohlen. Ich hatte geziehlt nach Büchern aus dem Norddeutschen Bereich gefragt. Es ist zudem mein erster Gablé gewesen 😉

Am Anfang hatte ich sofort Probleme mit den ganzen Slawischen Namen. Ich glaube ich habe für über 250 Seiten immer wieder bei jedem Namen vorne ins Namensverzeichnis schauen müssen, damit ich begreife wer das nochmal war. Es sind furchtbar viele Schauplätze und Personen aber wenn man erstmal drin ist läufts dann auch.

Die Athmosphäre ist das ganze Buch über sehr greifbar man wird wie mit einem Sog ins Mittelalter gesaugt und dort festgehalten. Interessant fand ich die Heilmethoden von Tugomir und auch die ganzen Geschehnisse auf den Burgen. Vorallem was für Rituale es gab und einfach zu lesen wie die Menschen damals so tickten.

Befremdlich war es, dass öfters Begriffe wie „verpiss Dich“ vorkamen, ich kann mir kaum vorstellen, dass man damals schon so geredet hat. Überhaupt hatte ich streckenweise das Gefühl, dass ich in der Neuzeit bin und nicht im Mittelalter. Da ich aber keine Geschichtlichen Kenntnisse habe über die Zeit muss ich das so hinnehmen.

Die Geschichte hat mich durchweg gefesselt. Ich war von der ersten Seite an Tugomir Fangirl und bin es bis zum Ende geblieben. Ein toller Charakter der auch mal auf sein Herz hört. Otto hatte große Visionen und musste doch öfters einsehen, dass es so nocht klappt wie er sich das vorgestellt hat. Er war mir nicht total sympathisch, aber ich verstehe, dass man als König auch unbequeme Entscheidungen fällen muss.

Erschreckend war zu lesen wie schnell die Menschen sich damals umgebracht haben. Ein Menschenleben war nichts wert – es wurde geköpft, gehängt, erschlagen was das Zeug hält und auch vor Familienmitgliedern kein Halt gemacht. Kaum vorzustellen, dass wir nun gut 1000 Jahre später zumindest in unseren Gefilden weitesgehends friedlich mit einander leben.

Ich kann das Buch absolut empfehlen. Die Geschichte ist Hochspannend und die Charaktere gut durchgearbeitet. Rebecca Gablé hat es perfekt verstanden die historischen Begegebenheiten mit eigenen Charakteren zu ergänzen und so ein glaubhaftes Ganzes geschaffen. So macht Geschichte Spaß!

Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag


4 thoughts on “[Rezension] Rebecca Gablé – Das Haupt der Welt [33/2019]

  1. Mensch, ich freue mich total, dass dir das Buch auch so super gefallen hat! Gablé ist m.M.n. eine wahre Schreibkünstlerin! Ihre Geschichten fesseln mich eigentlich alle. Ich empfehle dir auch den zweiten Teil dieser Otto-der-Große-Trilogie „Die fremde Königin“ zu lesen. Der dritte Teil ist noch nicht veröffentlicht aber ich fiebere ihm entgegen!
    Falls du magst, komm doch bei mir vorbei und schau mal in die Rezis rein:
    https://monerl.de/tag/otto-der-grosse/

    GlG, monerl

    • Ich denke ich muss endlich ihre Bücher lesen Tanja und Monerl 🙂 Ihr habt mich beide müberzeugt.

  2. Liebe Lari,

    ich bin ein Fan von Rebecca Gablé und habe einige Bücher von ihr gelesen, oder besser verschlungen. Aber bei diesem Buch habe ich mich noch nicht zum Lesen entschließen können. Irgendwie ist die zeitliche Ebene nicht so mein Interessengebiet.
    Wenn ich dir einen Tipp geben darf, dann lies „Das Lächeln der Fortuna“. Das ist meiner Meinung nach der unangefochtene Spitzenroman von Rebecca.

    LG und eine gute Woche,
    Barbara

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