[Rezension] Mordflüstern – J.J. Preyer [25/2019]

Verlag*: Topkrimi
Autor: J.J. Preyer
Veröffentlichung: 03.12.2018
Genre: Regionalkrimi
Seiten: 251
Preis ebook: 4,99
Reihe: nein

Ein fesselnder Hamburg-Thriller von J. J. Preyer um einen Schriftsteller und seine Dämonen, in dem Vergangenheit und Gegenwart auf brutale Weise vermischt werden.

 Seit der Schriftsteller Lars Faber nach Hamburg zurückgekehrt ist und an einem Krimi über Serienmorde schreibt, glaubt er das Flüstern seiner verstorbenen Mutter zu hören. Das gleiche Flüstern wie damals, als er noch ein Kind war, und sie über Morde fantasierte – Morde an selbstherrlichen Männern, die Frauen schlecht behandeln. Nach der Veröffentlichung seines Romans ist es, als würde diese grausame Fantasie zur Realität: Brutale Machos werden mit einem Rasiermesser getötet. Der Mörder, so ist sich Faber sicher, wird offenbar durch die Lektüre seines Buches zum Mörder. Faber versucht sich und sein menschliches Umfeld zu schützen, doch zu spät: Sein Onkel wird entführt. Der Täter schickt mit dem Erpresserbrief ein abgetrenntes Ohr. Lars Faber sieht nur noch einen Ausweg aus diesem Albtraum, den er herbeigeführt hat. Er begibt sich in Psychotherapie, in der Hoffnung, das Flüstern der Mutter zum Schweigen zu bringen. kann er so die Serienmorde stoppen?

Das Buch fiel mir wegen seinem wunderschönen Covers ins Auge. Es zeigt eine der schönsten Stellen in Hamburg, die Speicherstadt. (Unesco Weltkulturerbe) Der Klappentext zudem liest sich sehr spannend.

Wir begleiten den homosexuellen Krimi Schriftsteller Lars Faber. Er ist gerade von Wien wieder zurück in seine Heimat Hamburg gekommen und versucht hier ein Bein in die Tür zu bekommen.

Lars lebt abgekapselt bei seinem Onkel in einer Mansardenwohnung. Seit jüngster Zeit verfolgt ihn die Stimme seiner toten Mutter und erzählt ihm, dass sie bestimmte brutale Macho Männer gerne tot sehen würde. Statt dem Wunsch seiner Mutter in die Realität umzusetzen, verarbeitet er diese Stimmen in seinen Büchern. Lars konstruiert so sehr spannende Krimis, die schnell reißenden Absatz finden als ein Täter auftaucht, der genau diese Geschichten „nachspielt“ und im Umfeld von Lars Faber einige Menschen umbringt. Lars hat es sich zur Aufgabe gemacht zusammen mit einem Ex Polizisten die Spuren des Täters zu verfolgen und ihn zu erwischen.

Lars lässt niemanden wirklich an sich ran er pflegt zwar oberflächliche Kontakte aber keinen davon lässt er in sein Herz. Freunde hat er nicht und nicht mal die Entführung seines Onkels kann ihn wirklich treffen. Er lebt strukturiert und teilweise nach stumpfem Plan, das gibt ihm Halt und Sicherheit. Andererseits träumt er oft und seine Gedanken schweifen mitten in Gesprächen weit ab, bis er sich darin verliert.  Er ist sehr schwer einzuschätzen, das ist Preyer wirklich super gelungen .

Der Einstieg fiel mir nicht leicht, der Schreibstil ist zwar locker und leicht aber der Autor macht es dem Leser schwer zu unterscheiden was nun Fantasie von Lars ist und was real war. Ich glaube fast, dass Lars es selbst manchmal nicht wusste. Aber genau dieses Verwirrspiel was sich auch bis zum Ende des Buches hält ist es, was die Spannung hochtreibt. Ich war mir zu keinem Zeitpunkt sicher ob Lars WIRKLICH nur schreibt, oder ob er ein böses Spiel treibt.

Man muss sich darauf einlassen, dass dieses Buch so ganz anders ist als andere Krimis – hier steht nicht die Ermittlung im Vordergrund. Vielmehr spielt Preyer ein Verwirrspiel und treibt den Leser an sich sein Urteil über Lars zu bilden und mit ihm zusammen die Wahrheit herauszufinden. Es ist unblutig und trotzdem hochdramatisch und spannend – untergründig sind die Zweifel gesäht und die wird man wirklich bis ganz zum Schluss nicht los.

Ich bedanke mich recht herzlich bei Netgalley und beim Topkrimi Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.