[Rezension] Liebes Kind – Romy Hausmann [22/2019]

Verlag: dtv
Autor: Romy Hausmann
Veröffentlichung: 28.02.2019
Genre: Thriller
Seiten: 384
Preis ebook: 14,99
Reihe: nein

Dieser Thriller beginnt, wo andere enden

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.
In ihrem emotional schockierenden und zugleich tief berührenden Thriller entrollt Romy Hausmann Stück für Stück das Panorama eines Grauens, das jegliche menschliche Vorstellungskraft übersteigt

Dieses Buch ist gerade in aller Munde und nur weil meine Stamm Onleihe plötzlich auf 72 Vormerkungen reagiert hat und zig neue Lizenzen erworben hat, kam ich viel schneller in den Lesegenuß als eigentlich geplant.

Weiss gar nicht wo ich anfangen soll ohne etwas von der Story zu erzählen. Also – schon von den ersten Seiten an hatte die Autorin mich gefangen. Die kleine Hannah die so süß und naseweis vor sich her plappert und ganz stolz erzählt wenn sie etwas wusste (sie hat dann immer einen ganzen Lexikoneintrag zu dem Thema parat gehabt) – das war ca 1/3 des Buches super – danach ist es mir gehörig auf die Nerven gegangen 😉 Aber es gehört zur Geschichte und ist wichtig – das kann die Autorin nicht einfach weglassen dann – ist schon klar. Genervt hat es trotzdem!

Dann haben wir Lena selbst, sie ist nach ihrem Unfall und dem Krankenhaus Aufenthalt wieder zu Hause und komplett überfordert mit der Situation. Sie sieht in jedem Knirschen und Knacken eine mögliche Gefahr und holt sich Hilfe von ihrer Ex-Freundin Kirsten. Trotzdem blieben die beiden für mich nicht so greifbar – verständlich ist, dass Lena nach den schlimmen Geschehnissen niemanden an sich heranlassen möchte, so hat sie aber auch mich außen vor gelassen. Ich habe mich mit ihrem Verhalten manchmal schwer getan und mit ihr nicht wirklich mitgefiebert. Interessant und sehr spannend waren die Abschnitte wo sie aus der Vergangenheit und ihrer Gefangenschaft berichtet hat.

Der Schreibstil ist angenehm, einige Rezensionen sagen, dass die Sätze so abgehackt wären und das den lesefluss stören würde, das kann ich für mich nicht bestätigen. Die kurzen Sätze und auch kurzen Kapitel haben dem Buch ein schönes Tempo gegeben und ich liebe Geschichten die sich schnell entwickeln.

Romy Hausmann spielt mit dem Wechsel der Perspektiven und hält so die Spannung durchgehend am Laufen. Mal erzählt Lena von früher aus der Gefangenschaft, dann Hannah aus dem Jetzt und auch Matthias, Lenas Vater bekommt eigene Kapitel. Alle waren gleichweg spannend, keins davon fand ich langweilig oder unnötig. Wenn ich meine Notizen die ich mir immer beim Lesen mache durchschaue, dann kann ich nur müde lächeln. Ich habe ca 5 mal mit einer % Angabe notiert wer der Täter ist und wie es ausgeht – der Detektiv Spürsinn ihr wisst schon. Zu groß war der Wunsch es unbedingt vor allen anderen herauszubekommen, und am Ende triumphieren zu können, aber ich habe KEINE einzige richtig gehabt! Es kam am Ende ganz anders als ich erwartet habe und ich wurde mehr als einmal komplett überrascht.

Das Ende lässt keine Fragen mehr offen und ich bleibe zufrieden zurück.

Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite mit fast 5 Sternen, ein wenig hat mich die Art von Hannah im Verlauf der Geschichte genervt und ich fand es schade, dass ich keine Beziehung (und kein Mitleid) mit dem Opfer aufbauen konnte. Aber der Geschichte hat das keinen Abbruch getan. (oder nur ganz wenig – bin trotzdem durch die Seiten geflogen)

Rechte: Cover / Info – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag

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